Moritz Leick, Stadt Essen
CDU und SPD wollen das Grillen im öffentlichen Raum in Essen neu ordnen. Einen entsprechenden gemeinsamen Antrag haben beide Fraktionen am Mittwoch, 16. September 2026, in den Rat der Stadt Essen eingebracht. Nach Beratungen in den Bezirksvertretungen und Fachausschüssen soll der Rat im Oktober abschließend entscheiden. Die neuen Regelungen sollen mit Beginn der Grillsaison 2027 greifen.
Hintergrund sind die wiederkehrenden Beschwerden und Probleme in mehreren Essener Grillzonen. Insbesondere eine hohe Zahl gleichzeitig genutzter Grillgeräte, Lärm, Rauch, zurückgelassener Müll und Verstöße gegen Brandschutzbestimmungen haben in der vergangenen Grillsaison zu erheblichen Konflikten geführt. CDU und SPD wollen deshalb die Nutzung der Grillzonen stärker ordnen und die bestehenden Regeln konsequenter durchsetzen.
„Wir wollen der Problematik Herr werden, zunächst ohne das schärfste Schwert des kompletten Verbots zu zücken“, erklärt der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Fabian Schrumpf MdL.
Der gemeinsame Antrag sieht vor, die Zahl der Grillgeräte durch klar ausgewiesene Standplätze oder Grillflächen zu begrenzen. Die neuen Regelungen sollen zunächst in mindestens drei besonders belasteten Grillzonen erprobt und anschließend ausgewertet werden. Auch die Größe einzelner Grillgruppen soll künftig begrenzt werden. Für größere Veranstaltungen soll eine vorherige Genehmigung erforderlich sein.
„Mit Freunden und Familie in einer dafür ausgewiesenen Grünanlage grillen zu können, ist kein Grundrecht. Aber für viele Essenerinnen und Essener bedeutet es Lebensqualität, schafft Begegnung und ist deshalb etwas, das wir bewahren wollen. Voraussetzung dafür sind klare Regeln. Anwohnerinnen und Anwohner dürfen nicht beeinträchtigt werden, öffentliche Flächen müssen respektiert und sauber hinterlassen werden. Deshalb ordnen wir die Grillzonen neu, verbessern die Aufenthaltsqualität und greifen dort regulierend ein, wo es notwendig ist. So wollen wir das Grillen im öffentlichen Raum auch künftig ermöglichen und gleichzeitig verhindern, dass einzelne Standorte regelmäßig an ihre Grenzen kommen“, erklärt SPD Fraktionsvorsitzender Philipp Rosenau.
Vor diesem Hintergrund sollen Kapazitätsgrenzen, Ruhezeiten, Brandschutz und Abfallentsorgung gezielter kontrolliert werden. CDU und SPD fordern außerdem, das bereits bestehende Grillverbot außerhalb der ausgewiesenen Grillzonen im gesamten Stadtgebiet konsequent durchzusetzen.
Geprüft werden soll zudem ein verbindliches Anmelde- und Reservierungssystem nach dem Vorbild der Grillplätze im Grugapark. Eine Buchung soll dabei ausschließlich Essenerinnen und Essenern offenstehen. Gleichzeitig soll die Verwaltung prüfen, ob eine sozialverträgliche Gebühr für die Nutzung eingeführt werden kann. Schrumpf macht deutlich, dass mit dem Antrag letztmalig versucht werden soll, die bestehenden Grillzonen mit klareren Regeln dauerhaft funktionsfähig zu halten. Sollte sich die Situation trotz der neuen Maßnahmen in der kommenden Grillsaison nicht spürbar verbessern, liegt auch ein vollständiges Grillverbot auf dem Tisch.
